Schiesser-Unterwasche

Schiesser-Unterwasche

Die Krise hätte die Schiesser Group, das Symbol für Unterwäsche, beinahe eiskalt erwischt. SCHIESSER war einst einer der größten Unterwäsche-Hersteller in Deutschland. Als 2008 die Krise ausbrach geriet das Unternehmen in ernsthafte Schwierigkeiten.

Die Geschichte der SCHIESSER-Unterwäsche. Innerhalb eines Jahres, kurz nach dem Zusammenbruch der Lehman Brothers, ging Schiesser beinahe in den Konkurs. Das Unternehmen geriet durch unrentable Lizenzvereinbarungen in Schwierigkeiten. In den letzten Jahren wurden Lizenzverträge mit Hugo Boss, Mexx (body&beach), Cerutti, Tommy Hilfiger und Dockers geschlossen. 

Schiesser fast bankrott. Im Sommer 2009 beschlossen die Gläubiger den Verkauf des deutschen Unternehmens. Mit dem Erlös wollten sie die Schulden decken. Dem auffällig abgeneigt gegenüber stand die Familie um den Verwalter Dr. Thomas W. Bechtler. Die Familie gehörte zu den Großaktionären von Schiesser. Die deutsche Presse behauptete 2009 sogar, dass Dr. Bechtler auch der Mann war, der Schiesser fallen ließ. 
 
Der Anwalt Dr. Bechtler war zu dieser Zeit auch Mitglied der sogenannten “compensation”-Kommission der Schweizer Bank Credit Suisse. Seine Passion lag bei den Menschenrechten und der Kunst und nicht beim Unterwäsche-Unternehmen. 
 
Der Neustart. Nach Abschluss des Insolvenzprozesses begann ein Umstrukturierungsprogramm und Schiesser konnte wieder neustarten. Die neue und auch breitere Kollektion wird in den Jahren 2010 und 2011 bei den Konsumenten und Zwischenhändlern sehr gut aufgenommen. Der Neustart konzentrierte sich insbesondere auf das "Heimatland" Deutschland (hier lag der Anteil bei etwa 75 % des Umsatzes), den Benelux-Ländern, der Schweiz, Österreich und Italien. 
 
Das Jahr 2010 interessierte kaum jemanden und wurde schnell abgehackt. Eigentlich wollte das Unternehmen im zweiten Quartal 2011 an die Frankfurter Börse gehen. Doch es kam ganz anders. Aufgrund eines ungünstigen Marktumfeldes, so lautete zumindest die offizielle Version des Unternehmens, wurde der Börsengang jedoch verschoben. Doch hinter den Kulissen waren die Gläubiger damit beschäftigt, den Verkauf an einen strategischen Partner zu organisieren. 
 
Anfang Mai 2012 geht der Schuss nach hinten los. Mit der Folge, dass sogar der geplante 
Börsengang zunächst komplett abgebrochen wird. Stattdessen wird das gesamte Unternehmen an die israelische Firma Delta Galil Industries Ltd verkauft. 
Delta Galil ist ein Unterwäschehersteller und unterhält Fabriken in Ägypten, in Bulgarien, in Thailand, in den USA, in Jordanien, in Pakistan, in China und in Indien. Das Unternehmen mit Sitz in Tel Aviv verkauft seine eigenen Markenprodukte in insgesamt 130 Ländern. Im Jahre 2012 macht das Unternehmen einen Umsatz von 650 Millionen Euro. Weltweit zählt Delta Galil knapp 9000 Mitarbeiter. 
 
Im Januar geht Delta Galil an die Presse mit der Nachricht, dass die Marc O'Polo International GmbH Schiesser mit der Herstellung von Männer- und Frauen-Unterwäsche beauftragt hat. Schiesser übernimmt tatsächlich die Produktion und auch den Vertrieb für die gesamte Frühjahrskollektion 2015. Das aktuelle Produkt-Portfolio von Schiesser besteht aus 60 % man´s wear, 25 % woman´s wear und 15 % kid´s wear. Die Produkte für Damen und Herren werden verkauft unter den Marken Schiesser und Schiesser Revival. Die Marke Schiesser Uncover richtet sich an die Zielgruppen Jungen und Mädchen. 

  

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